Maschinenfabrik Berthold Hermle AGMaschinenfabrik Berthold Hermle AG

Von Mensch zu Mensch!
Anwenderberichte

Offen für die sukzessive Fertigungs-Automatisierung

22.04.2015
Das neueste Flexible Fertigungssystem im Werkzeugbau von Julius Blum GmbH, bestehend aus zwei 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentren C 32 U mit Zusatz-Werkzeugmagazin ZM 87 (ganz rechts das ZM 87, mittig ein BAZ C 32 U und links davon der Paletten-Rüstplatz), einem Werkstückmagazin, und einem sich drehenden Portal-Handhabungsgerät für den Werkstück-Transfer zu beiden Maschinen

Blum ist ein weltweit tätiges Unternehmen, das auf die Herstellung und den Vertrieb von Möbelbeschlägen spezialisiert ist. Die Hauptproduktgruppen sind Klappen-, Scharnier- und Auszugsysteme für Möbel, vorwiegend in Küchen. Im Jahr 1952 von Julius Blum gegründet, zählt das Unternehmen heute zu den Marktführern der Möbelbeschlagsbranche. Mit knapp 6.400 Mitarbeiter/Innen wird ein Jahresumsatz (Juli 2013 bis Juni 2014) von mehr als 1,4 Mrd. erwirtschaftet, bei einem Exportanteil von 97%. Nach wie vor komplett im Familienbesitz und heimatlichen Traditionen verpflichtet, produziert Blum folgerichtig in sieben Werken im österreichischen Bundesland Vorarlberg sowie in weiteren Werken in Polen, USA und Brasilien. Unterstützt von 27 Tochtergesellschaften und Repräsentanzen, beliefert die Blum-Gruppe regelmäßig die Kunden in über 120 Ländern der Erde. Dem Standort Vorarlberg kommt dabei die führende Rolle zu, denn dort sind in 7 Werken sowohl die Zentrale und Verwaltung als auch Forschung und Entwicklung, Konstruktion, Werkzeug- und Sondermaschinenbau, Lehrlingsausbildung, Produktion angesiedelt. Dass Innovationen bei Blum ganz wesentlich zum Unternehmenserfolg beitragen, verdeutlicht die Tatsache, dass Blum über die Jahre als einer der fleißigsten Patentanmelder Österreichs auftritt, der aktuell über mehr als 1.200 Schutzrechte gebietet. Viele der Erfindungen gelten bis heute als Benchmark und setzen weltweit die Standards bei Scharnier-, Klappen- und Auszugsystemen. Um den Wünschen der Kunden sowie dem selbst gestellten sehr hohen Liefer- und Qualitätsanspruch auf Dauer genügen zu können, setzt Blum auf einen hohen Eigenfertigungsgrad, der auch alle für die Produktion relevanten Betriebsmittel, Werkzeuge und Sondermaschinen umfasst.

Benchmark-Denken und -Handeln in allen Bereichen

Genau genommen handelt es sich beim Betriebsmittelbau von Blum um eine industrielle Werkzeugbau Fabrik. Mehrere Hundert Fachkräfte und über 250  Auszubildende sind damit beschäftigt, eine große Anzahl an Prototypen, Musterteilen, Druckguss- und Spritzgießwerkzeugen, Stanzwerkzeuge sowie Maschinenbau - und  Ersatzteile dafür herzustellen. Das Fachpersonal und das Technik-Equipment verteilen sich auf 10 Abteilungen und weitere technologisch orientierte Teams (T-Teams), womit zum einen interdisziplinäres und zum anderen paralleles Arbeiten für termingetreue Belieferungen gewährleistet ist. Gerhard Gorbach, Leiter Betriebsmittelbau Werk 3 bei der Julius Blum GmbH in Höchst, führte dazu aus: „Wir stellen ein sehr breites Teilespektrum her. Dabei setzen wir, wann immer möglich und sinnvoll, auf neueste Technologien und Verfahren und gehen Projekte mit einem dreistufigen Evaluationsprozess an. Dazu gehören die grundsätzliche Aufnahme einer Idee sowie die Machbarkeitsprüfung und die Formulierung des Vorhabens. Danach folgen Grundsatzentscheidungen zur Wahl der Technologie und des Partners, mit dem wir den neuen Weg gehen wollen. Wir streben nach langfristigen Partnerschaften und sehen die enge Zusammenarbeit als elementar für die dynamische Weiterentwicklung in unseren T-Teams an.“ So geschehen auch vor gut 10 Jahren, als der ein Generationswechsel bei den 5-Achsen-Technologie an stand und die Verantwortlichen von Blum weitergehend die Projekte „Organisierter Datenverkehr“ und später „Automatisierte Fertigung im Werkzeugbau“ als Ziel hatten. Nach eingehenden Tests fiel die Entscheidung zugunsten von 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentren der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, D-78559 Gosheim. Ausschlaggebende Faktoren waren sowohl das Maschinenkonzept, mit drei Achsen im Werkzeug und zwei Achsen im Werkstück, als auch die daraus resultierende sowie maschinentechnisch unterstützte Genauigkeit;  plus die Offenheit der Standard-Bearbeitungszentren für die (auch nachträgliche) Automatisierung per Verkettung mit kundeneigenen Werkstückmagazin- und Handhabungslösungen und nicht zuletzt der bekannt gute Service auf Zuruf.

Von links nach rechts Klaus Holzer, Meister im Formenbau und verantwortlich für das MPA-Projekt, Gerhard Gorbach, Leitung Betriebsmittelbau, Helmut Böhler, Abteilungsmeister Fräsen und den Maschinenbediener Huf Mathias, alle von der Julius Blum GmbH im Werk 3 in A-Höchst/Vorarlberg

Hermle-Bearbeitungszentren: Offen für ALLES

Den Anfang machte ein Bearbeitungszentrum vom Typ C 40 U, dem später ein weiteres gleichen Typs folgte und beide über ein Werkstückmagazin- und Handhabungssystem zu einer automatisierten Fertigungsanlage verbunden wurden. Bereits hier kam die „offene Integrations-Architektur“ der Hermle-Bearbeitungszentren zum Tragen, nämlich in dem die entsprechenden mechanischen, elektrischen und softwaretechnischen Schnittstellen bereits vorlagen und später die Systemintegration erlaubten. Helmut Böhler, Abteilungsmeister Fräserei Betriebsmittelbau Werk 3, zur Strategie der durchgängigen Fertigungs-Automation,  wie sie bei Blum konsequent praktiziert wird: „Wir haben schon vor vielen Jahren damit begonnen, die Schneid- und Drahterodier-Prozesse zu automatisieren und standardisierte Werkstückpaletten einzusetzen. Diese Erfahrungen sind natürlich in die Automatisierung der Fräsbearbeitung eingeflossen, wobei die Paletten somit auch gegeben waren. Da kam uns die Integrations-Offenheit der Hermle-Maschinen sehr entgegen, wohl wissend, dass Hermle ja auch selbst schlüsselfertige Fertigungssysteme inkl. Automation im Programm hat, die in dem Fall aber leider nicht passten. Abgesehen davon bringen zum Einsatz, was uns für geboten erscheint und haben hier keinerlei Berührungsängste die Integration betreffend.“ Aus diesem Grund kam Hermle erneut zum Zug, als es um den dringend erforderlichen Kapazitätsausbau im 5-Achsen-Fräsen und die nächste Stufe des erwähnten Projekts „Automatisierte Fertigung im Werkzeugbau“ ging. Die Entscheidung fiel diesmal auf 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentren vom Typ C 32 U von Hermle, und davon kam zunächst eines zur Installation. Bald darauf folgte das zweite und auch diese beiden BAZ`s wurden nachträglich durch ein Werkzeugmagazin- und Paletten-Handhabungssystem zu einem flexiblen  Fertigungssystem verkettet. Für die hochproduktive und dabei flexible Komplettbearbeitung von Formen-/Werkzeugbau-Teilen verschiedener Komplexitätsgrade erhielten die beiden zeitverzögert beschafften BAZ`s identisch Ausrüstungen (Hauptspindel mit 18.000 min-1, Werkzeugaufnahme HSK-A63, NC-Schwenkrundtisch Durchmesser 650 mm, IKZ-Anlage 80 bar, automatische Kabinentür, Messtaster Heidenhain, Werkzeugmess- und Bruchkontrollsystem Blum usw.)  sowie jeweils mit einem Werkzeug-Zusatzmagazin ZM 87 für weitere 87 Werkzeugplätze ergänzt.

Durchblick vom rechts angeordneten Werkstückmagazin über das beide BAZ`s versorgende drehbare Portal-Handhabungsgerät auf die automatisch öffnende bzw. schließende Kabinentür zum Arbeitsbereich des BAZ C 32 U

Resümee

Mit ihrem im Vergleich zur Maschinengröße und zur Aufstellfläche großen Arbeitsbereich von X = 650, Y = 650, Z = 500 mm decken die beiden verketteten 5-Achsen-CNC-Hochleistungs- Bearbeitungszentren C 32 U ein breites Werkstück-Spektrum ab, neben den Werkzeugbau- Bauteilen auch vom Maschinenbau beinhaltet. Entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen bezüglich 5-Achsen-/5-Seiten-/Komplett-/Simultan-  Bearbeitungen und Werkstück-Spanntechnik sowie beim Werkstückhandling. Abschließend zog Gerhard Gorbach ein rundum positives Resümee: „Wir umgehen viele Probleme, in dem wir auf die bei uns standardisierten Basis-Paletten setzen, diese mit völlig unterschiedlichen  Spannvorrichtungen versehen und am Rüstplatz mit Werkstücken beladen. Pro Linie ist ein Bediener zuständig, wobei wir in der 1. und in der 2. Schicht bedient und nachts mannlos fahren. Die automatisierte Teilefertigung im Betriebsmittel- und Werkzeugbau verstehen wir als eine Art organisierte Improvisation, weil wir hier nach Prioritätsvorgaben im Normalfall eines oder zwei bis drei Teile fertigen und 10 Stück schon als Serie betrachten. Wir sind sehr flexibel aufgestellt und nutzen die Maschinenleistungen bzw. Laufzeiten trotzdem maximal aus. Obwohl Hermle auch bei diesem Projekt „nur“ die Bearbeitungszentren in Auftrag bekam, erhielten wir alle Unterstützung, um unser durchgängiges Automatisierungskonzept konsequent umsetzen zu können. So etwas nennen wir Zusammenarbeit auf Augenhöhe und sind froh, einen solchen Partner an Bord zu haben.“

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