Maschinenfabrik Berthold Hermle AGMaschinenfabrik Berthold Hermle AG

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Anwenderberichte

Hochpräzise Kleinserienteile vollautomatisch produzieren

10.12.2012

Mit dem Strategieschwenk vom Motorsport- zum Präzisionsteile-Spezialisten, und mit dem für einen kleineren Mittelständler sehr hohen Automatisierungsgrad in der Produktion, richtete sich das im Elsass ansässige Unternehmen GAT beizeiten für eine erfolgreiche Zukunft aus.

„Wildeste" Konturen, materialtechnische Herausforderungen, engste Toleranzen, drängende Liefertermine - wer sich wie die deutsch-französischen Schwester-Unternehmen GÄTMO Fahrzeugbau und GAT Gaertner Automobile Technology lange Jahre mit der Entwicklung sowie Fertigung hoch beanspruchter Rennsport-Motoren und -Fahrzeuge befasst, den kann bezüglich Bearbeitung von Präzisionsteilen eigentlich nichts mehr aus der Ruhe bringen. Im Grunde genommen ist das genaue Gegenteil der Fall, denn als vor gut 40 Jahren die Firma GÄTMO Fahrzeugbau ins Leben gerufen wurde, drehte sich zunächst alles um Entwicklung und Bau von Motorsportfahrzeugen für die Segmente Formel Junior, Formel König und Formel 3 sowie um Rallyefahrzeuge. Zunächst in Baden-Württemberg ansässig, erkannte man nach einigen Jahren die Notwendigkeit, die zahlreicher werdenden Einzelteile nicht nur zu entwickeln und extern herstellen zu lassen, sondern aus Flexibilitäts- und Zeitgründen selbst zu produzieren. Auf der Suche nach einem geeigneten Produktionsstandort, und dem schon damals heftig umworbenen qualifiziertem Fachpersonal, wurde GÄTMO (kommt von Gaertner Motoren) schließlich im elsässischen Hatten fündig und richtete sich dort auch „fertigungstechnisch" ein. In über 30 Jahren Motoren- und Fahrzeugbau für die genannten Bereiche sammelten sich außerordentliche Erfahrungen gerade auch in der mechanischen Bearbeitung an. Mit dem vor rund 10 Jahren erfolgten Eintritt des Juniors Martin Gaertner zeichnete sich dann eine Aufteilung der Aktivitäten in die Firmen GÄTMO Fahrzeugbau und GAT Gaertner Automobile Technology ab. Martin Gartner wurde schnell klar, dass das stark antizyklische Geschäft mit den Motorsport- und Fahrzeugbau-Teilen zwar durchaus lukrativ sein kann. Um die entsprechenden Teile jedoch produktiv und dabei reproduzierbar exakt fertigen zu können, galt es auf modernste Technologien und Werkzeugmaschinen zu setzen, die aber mit dem Stammgeschäft kaum auszulasten waren.

Strategiewechsel mit (positiven) Folgen

Folgerichtig gab es einen Strategieschwenk zur CNC-Bearbeitung von Kundenteilen. GAT tätigte ab 2001 die dafür erforderlichen Investitionen z. B. in CNC-Bearbeitungszentren und CNC-Drehmaschinen und ergänzte das Dienstleistungsportfolio um Honmaschinen sowie um Einrichtungen für die Wärmebehandlung. Die Ausweitung zu neuen Kundenkreisen und die Bearbeitung weiterer hoch anspruchsvoller Werkstücke führte dazu, die Kapazitäten vor allem in der CNC-Fräsbearbeitung ausbauen zu müssen, wobei Martin Gaertner auch hier einen Richtungsschwenk vornahm: „Wir hatten CNC-Bearbeitungszentren im Einsatz, die als solche zwar schon in Ordnung waren, bei denen aber jede Störung zu Kopfzerbrechen führte. Der Service war eigentlich immer überfordert und die Maschinen standen manchmal wochenlang. Aus dem Grund suchten wir einen neuen Lieferanten und beschafften uns im Jahr 2006 als Übergangslösung zunächst eine gebrauchte Universalfräsmaschine U 1130 von Hermle. Mit dieser Maschine waren und sind wir bis heute absolut zufrieden. Außerdem verdient der Service wirklich seinen Namen, was wir so bisher nicht erlebt hatten." Aus der „Notlösung" entwickelte sich mit der Zeit eine enge, vertrauensvolle Partnerschaft, die nicht zuletzt in Gestalt weiterer Investitionen in CNC-Bearbeitungszentren von Hermle sichtbar ist. In den Jahren 2007 und 2008 wurde je ein CNC-5-Achsen-Hochleistungs-Bearbeitungzentrum C 40 UP mit Palettenwechsler PW 160 beschafft und damit festigte GAT seinen Anspruch, den Kunden jeweils die neueste und beste Technologie zur Verfügung stellen zu können. Im Jahr 2010, kurz nach der durch die Finanzkrise bedingten Konjunkturdelle, entwickelte sich das Geschäft bereits wieder rasant nach vorne, weshalb Martin Gaertner und seine mittlerweile 18 Mitarbeiter/innen den nächsten folgerichtigen Schritt tätigten, und erneut in ein CNC-5-Achsen-Hochleistungs-Bearbeitungszentrum Hermle C 40 U, komplettiert um ein Hermle Robotersystem RS 2, investierten. Damit stieg GAT endgültig in die hoch automatisierte Fertigung von Präzisionsteilen ein, zumal man auf die Erfahrungen mit den beiden BAZ`s C 40 UP mit Palettenwechsler zurückgreifen konnte.

Der 5-Achsen-Technologie folgt die Roboter-Automation

Aktuell stellt das Bearbeitungszentrum C 40 U mit RS 2 bei GAT den höchsten Stand der Technik dar. Das robotergestützte Bearbeitungssystem für anspruchsvollste Präzisions-Werkstücke weist zur mannlosen Produktion ein Werkstückmagazin mit 50 Palettenplätzen und einen Roboter für das vollautomatische Paletten-/Werkstückhandling auf. Das CNC-5-Achsen-Bearbeitungszentrum ist für die hoch automatisierte Bearbeitung komplexer Teile mit einem Werkzeug-Zusatzmagazin (insgesamt 194 Werkzeuge), mit einem 80 bar IKZ-System (Innere Kühlmittel Zuführung), einer Werkzeugbruchkontrolle, einem 3D-Messtaster zur Werkzeug- und Werkstück-Vermessung, und einer flexibel nutzbaren Motorspindel mit max. 18.000 U/min ausgerüstet. Mit einem großzügigen Verfahrbereich von X = 800, Y = 700 und Z = 500 mm eignet sich auch dieses BAZ für den universellen Einsatz bei verschiedensten Werkstückgrößen und für unterschiedlichste Bearbeitungsaufgaben. Da es sich bei den anderen BAZ`s der C-Baureihe ebenfalls um die Baugröße C 40... handelt, die Maschinen zudem ein und dieselbe Steuerungsgeneration aufweisen, sind alle BAZ`s hinsichtlich Fertigungsaufgaben sozusagen austauschbar; wobei auf der C 40 U mit RS2 im Normalfall natürlich die Klein- und Mittelserien- und weniger die Einzelteil-Fertigung erfolgt.

Keine Sprechblasen – praktisch „gelebte“ Partnerschaft

Ein mit dem Bearbeitungszentren- und Service-Lieferanten Hermle AG sichtlich zufriedener Martin Gaertner meinte abschließend: „Mit dem Strategiewechsel konnten wir uns in den Industriebereichen Krantechnik, Messeinrichtungen, Hydraulik, Sicherheitstechnik und nach wie vor auch Motorsport neue Kundenkreise erobern und damit breiter abstützen. Mit dem Einstieg in die 5-Achsen-Technologie ging es dann erneut ein Stück weiter nach vorne, und dasselbe gilt für den mit dem Robotersystem RS 2 erreichten sehr hohen Automatisierungsgrad. Im Umkreis von etwa 100 km dürften wir wohl den modernsten Maschinenpark haben, um alle Kundenwünsche in der Präzisionsteile-Einzelfertigung wie in der Serienfertigung mit bis zu 60.000 Stück/Jahr zuverlässig und durch termingerechte Chargenlieferungen abdecken zu können. Die Übertragung der Qualitätsansprüche, die bei der Herstellung von Rennmotoren und Motorsport-Komponenten an das Material, die Fertigungsgenauigkeit und die Liefertreue gestellt werden, und natürlich ein adäquater Maschinenpark, sehen wir als die Garanten für den Erfolg unseres Unternehmens an. Wir bearbeiten jährlich bis zu 2.000 Aufträge mit um die 9.000 lebenden Teilen, was für sich genommen schon enorm flexible und leistungsfähige Bearbeitungsmaschinen erfordert. Nimmt man dann noch die heute extremen Terminvorstellungen hinzu, dann kommt der technischen Verfügbarkeit und damit dem Service eine derart entscheidende Bedeutung zu, dass wir hier sicher keine Experimente eingehen und auf die in der täglichen Praxis gelebte Partnerschaft mit Hermle bauen."

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