Maschinenfabrik Berthold Hermle AGMaschinenfabrik Berthold Hermle AG

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Anwenderberichte

Komplettservice in Präzisionsteilen

22.04.2012
Links Dipl.-Ing. (FH) und Technischer Betriebswirt Christel Dorau und rechts Peter Dorau, Geschäftsführer von Trissler & Kielkopf GmbH in Reutlingen, vor einer Auswahl an anspruchsvollen Präzisionsteilen aus unterschiedlichsten Werkstoffen

Mit dem vorausschauenden Einstieg in neue Geschäftsfelder und konsequentem Investment in neue Technologien hat Trissler & Kielkopf den Wandel vom Strickmaschinenhersteller zum Lieferant montagefertiger Präzisionsteile erfolgreich und vor allem nachhaltig bewältigt.

Die Geschichte des mittelständischen Unternehmens Trissler & Kielkopf GmbH, D-72770 Reutlingen zeigt auch exemplarisch den industriellen Wandel eines Großteils der Baden-Württembergischen Maschinenbauindustrie auf. Als Johannes Trissler im Jahr 1921 mit dem Bau von Strickmaschinen begann, war wohl kaum abzusehen, dass es diese Branche knapp 70 Jahre später so gar nicht mehr geben wird. Denn über lange Jahre  entwickelten sich die Geschäfte gut bis sehr gut, was auch der Fall war, als sich die Nachfolger Hermann Trissler und Fritz Kielkopf später auf das spezielle Segment Flachstrickmaschinen konzentrierten. Da sich in den 70er Jahren im Strickmaschinen- und überhaupt im Textilmaschinengeschäft eine starke Veränderung abzeichnete, diversifizierte Trissler & Kielkopf in den Bereich Zulieferer  für Strick- und Textilmaschinen sowie den allgemeinen Maschinenbau, und stellte zu Anfang der 80er Jahre die Eigenfertigung von Strickmaschinen komplett ein. Mit der Fokussierung auf die Lohnfertigung kam die in vielen Jahren erworbene Kompetenz zur Herstellung der bekanntlich höchstbelasteten Strick- und Textilmaschinen-Komponenten erneut zum Tragen. Als die Erosion der Baden-Württembergischen wie der deutschen und der europäischen Strick- und Textilmaschinenindustrie um 1990 ihren Höhepunkt erreichte, hatte sich Trissler & Kielkopf längst in anderen Industrie-/Maschinenbaubereichen etabliert. Bald darauf stand die Nachfolgeregelung an und in diesem Zusammenhang kam es zur Unternehmens-Übergabe an den langjährigen verantwortlichen Mitarbeiter Peter Dorau und seine Frau Christel. Nach einigen Jahren erfolgreichen Wirkens stellten die beiden eine eingehende Analyse an und danach war klar, dass es bald strukturelle Veränderungen geben muss, um auch in Zukunft im Bereich Präzisionsteile wettbewerbsfähig zu sein.

Entwicklungsstufen: 1. Konventionell, 2. 3-achsig, 3. 5-achsig

Dazu führte der Geschäftsführer Peter Dorau aus: „Die Teilefertigung war damals stark auf konventionelle Dreh-, Bohr- Fräs- und Schleifmaschinen ausgerichtet. Wegen der offenen Nachfolge hielt sich das Investment über Jahre in Grenzen und wir mussten auch erst einmal auf die Beine kommen. Zwar starteten wir dann im Jahr 1991 gleich ins 3-Achsen-Fräsen, nämlich mit einer Universalfräsmaschine UWF 900 von Hermle, arbeiteten ansonsten jedoch mit den  vorhandenen Maschinen. Das ging recht gut, bis sich unser Geschäft immer stürmischer entwickelte, den Neubau eines Betriebsgebäudes erforderte, und sich in unserer Region gleichzeitig ein eklatanter Mangel an Fachkräften abzeichnete. Meine Frau und ich kamen zum Schluss, schnellstmöglich höher automatisierte CNC-Bearbeitungszentren kaufen zu müssen, um bei gleichem Personalbestand die Auftragseingänge termingerecht bewältigen zu können.“ Auf Grund der sehr guten Erfahrungen mit der UWF 900 fiel dann im Jahr 1999 die Entscheidung zum Kauf eines 5-Achsen-CNC-Bearbeitungszentrums erneut auf Hermle, diesmal ein C 800 U. Weiter ging es buchstäblich Schlag auf Schlag, nämlich mit einem weiteren 5-Achsen-CNC-Bearbeitungszentrum C 800 V (in 2000), einem 5-Achsen- CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentrum C 40 U (in 2006), einem 5-Achsen-CNC-Hochleistungsbearbeitungszentrum C 40 U mit Roboter- und Magazinsystem RS 2 im Jahr 2008, und schließlich einem weiteren 5-Achsen-CNC-Hochleistungsbearbeitungszentrum C 40 U im Jahr 2010. Christel Dorau, Dipl.-Ing. (FH) und Technischer Betriebswirt, sagte zum konsequenten Investment in Hermle-Bearbeitungszentren: „Seit dem Einstieg in die Hermle-Welt mit der UWF 900 konnten wir die Entwicklung dieses innovativen Herstellers verfolgen. Die Maschinen-Zuverlässigkeit und die Bearbeitungs-Genauigkeit sind nachweislich sehr hoch. Wir können die Präzisionsteile in bester reproduzierbarer Qualität und durch die Mehrleistung vor allem auch termingetreu liefern. Vor allen Dingen aber sind wir vom sehr guten und reaktionsschnellen Service mit dem schnellen Zugriff auf Ersatzteile angetan.“

Die Innenansicht des Werkstück-Magazin- und Handlingsystems RS2 mit dem 6-Achsen-Roboter und einem Teil der Paletten-Magazinplätze für Paletten 500 x 500 mm

4. Entwicklungsstufe: Roboter-Automatisierung

Die erste 5-Achsen-Maschine, also die im Jahr 1999 beschaffte C 800 U, läuft und produziert immer noch wie am ersten Tag und hat im Laufe der 13 Jahre zig-Tausende Betriebsstunden auf dem Buckel. Wie aber schon die „Hermle-Maschinen-Historie“ bei Trissler & Kielkopf zeigt, trieb bzw. treibt man den Automatisierungsgrad nicht zuletzt auch aus den genannten Gründen stets weiter nach oben. Dabei haben Peter und Christel Dorau sowie die aktuell 11 qualifizierten Mitarbeiter immer auch die Kompatibilität der Hermle- BAZ`s unter sich im Sinn. Deshalb sind diese größtenteils identisch ausgerüstet und die jüngeren BAZ`s der Baureihe C 40 U wurden gleich für die Kombination mit einem vollautomatischen Werkstück-Magazin- und Beschickungssystem ausgerüstet. Bereits im Jahr 2008 erfolgte die Komplettierung des damals installierten 5-Achsen-Hochleistungs-Bearbeitungszentrums C 40 U mit einem Robotersystem RS2, sodass mittels diesem robotergestützten Fertigungssystem rund um die Uhr hochflexibel produziert werden kann. Die Kombination aus Hochleistungs-5-Achsen- Komplettbearbeitung und integriertem vollautomatischem Werkstück-Management ist für ein Technologie-KMU wie Trissler & Kielkopf schlichtweg ideal, wie auch Peter Dorau abschließend bestätigte: „Wir haben Stückzahlen ab 1 und bis 20.000, aufgeteilt in Chargen, zu bewältigen. Das Gros betrifft anspruchsvolle Einzel- und Kleinserienteile aus Stahl, Werkzeugstahl, Rostfreien Stählen, Aluminium und Kunststoff. Mit den Hermle-BAZ`s C 800 U und besonders den C 40 U sind wir in der Lage, Präzisionswerkstücke ab 3 mm und bis zur vollen Nutzung der Arbeitsbereiche der C 40 U (X = 850, Y = 700, Z = 500 mm) bzw. der Dreh- und Schwenkmöglichkeit der NC-Rundtische (800 mm bzw. 420 mm Durchmesser) komplett sprich: 5-achsig-/ 5-seitig-/5-Achsen-Simultan zu bearbeiten. Da wir sowohl die zuerst mit dem RS2 kombinierte C 40 U als auch die danach beschaffte C 40 U, die demnächst mit dem RS2 gekoppelt wird, mit Werkzeug-Zusatzmagazinen (ZM 87 jeweils + 87 Werkzeugplätze) versehen haben, können wir auch sehr komplexe Werkstücke sofern möglich in nur einer Aufspannung komplett bearbeiten.“

Das Flexible Fertigungssystem als integrierte Einheit mit einer bereits in Betrieb befindlichen C 40 U (rechts) und dem Werkstück-Magazin- und Handlingsystem RS2 (links); vorbereitet zur anstehenden Integration einer weiteren, links vom RS2 aufgestellten C 40 U

Resümee

Dank des Werkstückmagazins und dem Werkstück-/ Palettenhandling per Robotersystem RS2 geschieht dies vollautomatisch und völlig autark, sodass die Mitarbeiter sich während dem Abarbeiten der Aufträge anderen (Programmier-, Rüst-, Kontroll-) Aufgaben widmen können. Für einen vergleichsweise kleineren aber ganz offensichtlich sehr schlagkräftigen Betrieb wie Trissler & Kielkopf GmbH in Reutlingen ist das lebensnotwendig, denn Leerlauf darf es hier so gut wie keinen geben. Dafür sorgen Peter und Christel Dorau allein dadurch, dass sie, basierend auf dem fertigungstechnischen Knowhow der Fachkräfte und der 5-Achsen-Kompetenz des langjährigen Partners Hermle AG, ihren Kunden immer wieder neue Leistungsangebote machen können, die sich deutlich vom grauen Einerlei der sogenannten verlängerten Werkbank abheben.

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