Maschinenfabrik Berthold Hermle AGMaschinenfabrik Berthold Hermle AG

Von Mensch zu Mensch!
Anwenderberichte

10.12.2012

Mit konsequentem Investment in High End-Produktionstechnik und Qualitätssicherung eroberte sich der italienische Mittelständler Ferrari Technology einen Spitzenplatz im Bereich Zulieferer für Präzisionsmechanik.

Emilia Romagna - da denken die meisten Genussmenschen eher an gutes Essen und feine Weine, aber sicher nicht gleich an Präzisionsmechanik sowie Feinwerk- und Medizintechnik. Doch in diesem Fall gilt es eine ganz andere Sichtweise an den Tag zu legen, denn mitten in der Emilia Romagna, nämlich in Nonantola/Modena, hat das mittelständische Unternehmen Ferrari Technology s. r. l. seinen Sitz. Direktor Giuseppe Ferrari und seine 18 hoch qualifizierten Mitarbeiter/innen dürfen sich, im Gegensatz zu anderen Herstellern von Metallteilen, zum sehr engen Kreis an auserwählten Zulieferern z. B. für das Segment Rennsport auf höchstem Niveau zählen. Das wiederum kommt nicht von ungefähr, denn irgendwann um die Mitte der 90er Jahre fasste Giuseppe Ferrari den Entschluss, sich vom mehr oder weniger austauschbaren Lieferanten für Dreh- und Frästeile zum Zerspantechnik-Dienstleister mit höchstem Qualitätsanspruch wandeln zu wollen. Damit legte er auch den Grundstein für eine erfolgsorientierte weitere Zukunft, und machte diesbezüglich auch gleich Nägel mit Köpfen. Nämlich dahingehend, dass er im Jahr 1996 mit dem Kauf eines Universal-Bearbeitungszentrums aus Deutschland sozusagen von Null auf Hundert in die 5-Achsen-Technologie einstieg. Es handelte sich dabei um ein Universal-Bearbeitungszentrum der Baureihe C 800 von Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, D-78559 Gosheim. Mit diesem gelang es der Firma Ferrari Technology mit der Zeit auch, das vertrauen verschiedener Sportwagen-Hersteller, vor allem im F1-Bereich, zu gewinnen, bei welchen die Bearbeitungszentren von Hermle heute wegen ihrer hohen Qualität eine breite Anwendung finden.

Von 0 auf 100 in die 5-Achsen-Technologie

Heute ist Ferrari Technology auf die Bearbeitung bzw. Herstellung eines weitgefassten Teilespektrums hauptsächlich in den vier Bereichen Racing, Aeronautic, Packaging und Biomedizin spezialisiert. Das Leistungs-Portfolio erstreckt sich von der Teileentwicklung bis hin zur Kleinserienproduktion (1 bis etwa 150 Stück) und dabei werden vor allem Hochleistungs- Werkstoffe wie spezielles Aluminium, Titan sowie Edel- und Sonderstähle verarbeitet. Dazu führte Giuseppe Ferrari aus: „Wir können uns als Multimaterial-Spezialist sehen, mit der Kompetenz und dem Know-how für die 5-Achsen-Komplett- und Simultanbearbeitung aus dem Vollen. Haben wir früher die geforderte Präzision nur mit damals extrem aufwändigen, sehr langsamen und demnach sehr teuren Lehrenbohrwerken erzielt, so ist dies heute optimal mit den in einer modifizierten Gantry-Bauweise konzipierten Bearbeitungszentren von Hermle möglich. Entgegen so mancher Skepsis bei Kollegen wie bei eigenen Mitarbeitern setzten wir voll auf die Hermle-Maschinen und konnten damit am Ende den Durchbruch in eine neue Technologie-Ebene erreichen". Die anfängliche Skepsis ist also längst gewichen und aktuell sind bei Ferrari Technology vier Universal- bzw. Hochleistungs-Bearbeitungszentren für die 5-Achsen-/5-Seiten-Simultan-/Komplettbearbeitung (2 x C 600 U, 1 x C 30 V und 1 x C 40 UP) im Einsatz. Dem Mitte der 90er Jahre beschafften BAZ folgten dann irgendwann die Nachfolger-Generationen, um hinsichtlich Stand der Technik immer auf höchstem Niveau agieren zu können. So ist es nicht verwunderlich, dass Giuseppe Ferrari und Kollegen vor gut einem Jahr den Einstieg in die höher automatisierte Teilefertigung vollzogen, in dem das zuletzt installierte Hermle-Bearbeitungszentrum C 40 UP gleich mit einem Palettenwechselsystem PW 160 geordert und installiert wurde.

Pragmatische „Teil“-Automatisierung

„Als Zerspantechnik-Dienstleister müssen wir vor allem für unsere Kunden aus dem Bereich Rennsport immer wieder extreme Termin-Situationen bewältigen. Bis dato arbeiteten wir im bemannten 1- bis 2-schichtigen Betrieb, sahen uns wegen der zunehmenden Komplexität, der aus dem Vollen zu fertigenden Werkstücke, jedoch des Öfteren mit längeren Laufzeiten konfrontiert. Um zum einen die Bearbeitungsgenauigkeit, durch die Komplettbearbeitung in einer Aufspannung, aufrecht zu erhalten, und zum anderen die gebotene Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten, erschien uns die Ergänzung des neuen 5-Achsen-Bearbeitungszentrums C 40 UP um ein Palettenwechselsystem als ideal", so die Begründung von Giuseppe Ferrari für das Zusatzinvestment. Mit dem 5-Achsen-Hochleistungs-Bearbeitungszentrum C 40 UP mit Palettenwechselsystem für Paletten der Größe 400 x 400 mm (möglich sind Werkstücke bzw. Spannaufnahmen bis 500 mm Durchmesser) sowie dem Zusatz-Werkzeugmagazin ZM 87, sind die Voraussetzungen für die Komplettbearbeitung kleiner bis größerer Werkstücke aus dem Vollen vorhanden. Die Paletten werden auf den NC-Schwenkrundtisch mit Durchmesser 420 mm eingewechselt. Da es hier, wie erwähnt, vorwiegend um die Einzelteil-Fertigung oder um sehr kleine Serien geht, macht die pragmatisch orientierte „Teil"-Automatisierung mittels Palettenwechselsystem PW 160 absolut mehr Sinn, als die weitergehende Automatisierung durch ein größeres Werkstückmagazin. Zumal beim Palettenwechselsystem PW 160 insgesamt sieben Paletten quasi im Eingriff sind sprich: schon in dieser Systemkonfiguration sieben gleiche oder sieben ganz verschiedene Werkstücke individuell und prioritätsorientiert jedoch immer vollautomatisch zu bearbeiten sind.

Erfolgsfaktoren: Anwendungs- und Nutzungs-Flexibilität

Nicht zuletzt wird durch den breit nutzbaren Drehzahlbereich der Motorspindel bis max. 18.000 min-1, und die Werkzeugaufnahme HSK-A63 sowie die Ausrüstung mit Messtaster und Werkzeugbruch-Überwachung, seitens des Bearbeitungszentrums C 40 UP sowohl die Anwendungs-Flexibilität als auch die Bearbeitungsqualität auf Dauer sichergestellt. „Bei der in unserem Hause praktizierten hoch anspruchsvollen Einzelteil- wie bei der Prototypen- und natürlich auch der Kleinserien-Fertigung, die ja zumeist unter hohem Termindruck bewältigt werden muss, ist das als echtes Schlüssel-Kriterium anzusehen. In Kombination mit dem hochgenauen Maschinenbau sowie dem voll integrierten 5-Achsen-Konzept, mit drei Achsen im Werkzeug und zwei Achsen im Werkstück, sind wir jedoch in der Lage, unseren Kunden bearbeitungstechnische Höchstleistungen, die sie eben nicht an jeder Ecke ordern können, anzubieten", wie Giuseppe Ferrari in seiner Schlussbetrachtung zufrieden feststellte.

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