Maschinenfabrik Berthold Hermle AGMaschinenfabrik Berthold Hermle AG

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Anwenderberichte

Dänische Nischenpolitik

24.01.2013

Per hoch automatisiertem 5-Achsen-Fräsen auf einer Hermle C 42 U mit Palettenwechsler vollzieht die dänische AM Værktøj Odense A/S die Komplettierung aller Technologien zur wirtschaftlichen Fertigung von komplexen Formen und Großwerkzeugen.

„Wer Werkzeuge selbst konstruiert, hat immer Arbeit. Wer nur Werkzeugteile fertigt, hat immer wieder Probleme!" Auf diesen einfachen Nenner bringen Carsten G. Laursen, Production Manager, und Torben Viby, Sales Manager, beide auch Mitinhaber des typisch mittelständischen Formen- und Werkzeugbau-Unternehmens AM Værktøj Odense A/S im dänischen Odense, ihre Philosophie, mit der sie sichtlich gut unterwegs sind. Als Dritter im Bunde wäre noch Claus Jensen, Management bei AM Værktøj Odense A/S, zu nennen, dem das Unternehmen früher gehörte, der aber in weiser Voraussicht den Schulterschluss mit seinen ehemaligen Mitarbeitern Carsten und Torben suchte. Denn von 1970, dem Jahr der Gründung, bis ins Jahr 2005 konzentrierte sich AM Værktøj vor allem auf den dänischen Markt und wurde dort über einen Zeitraum von 35 Jahren auch zu einer anerkannten Größe. Als sich die Märkte aber immer mehr zu globalisieren begannen, und sich außerdem der Trend zu Großwerkzeugen abzeichnete, sah sich der mit 12 Fachkräften eher im Stillen wirkende Werkzeugbau-Spezialist AM Værktøj ganz neuen Anforderungen gegenüber. Ein nicht allzu großer dänischer Eigenmarkt, der Wandel vom Formen- und Werkzeugbau des klassischen Rahmens zu Großwerkzeugen, eine sich durch die Globalisierung vorhersehbar stark verschärfende Wettbewerbssituation - das waren der Aspekte genug, um sich für die Zukunft zu rüsten und sich entsprechend neu zu positionieren. Folgerichtig formierten Claus Jensen, Carsten G. Laursen und Torben Viby im Jahr 2005 die „neue" AM Værktøj Odense A/S und führten diese mit ihrem bekannten Leistungsspektrum ab 2006 zunächst in den Nachbar-Märkten Schweden und Norwegen ein. Parallel dazu erfolgte die Neuausrichtung als Spezialist für Großwerkzeuge und für größere anspruchsvolle Zulieferteile, was natürlich ein entsprechendes Investment in allen Bereichen erforderte.

Auf dem Technologie-Sprung...

Torben Viby, zuständig für den Vertrieb, führte dazu aus: „Uns war schon klar, dass wir als vergleichsweise kleines dänisches Formen- und Werkzeugbau-Unternehmen global gesehen nur dann Chancen haben, wenn wir den Kunden eine Knowhow-gestützte Komplettleistung ab der Konstruktion über die Produktion bis zum Ersatzteilservice für Großwerkzeugsysteme bieten. Demnach konzentrierten wir uns auf die dafür relevanten Technologien und starteten ein umfassendes und vor allem durchgängiges Investmentprogramm. Beginnend ab der 3D-Konstruktion und über das CAM-System sowie die CNC-Komplettbearbeitung bis hin zur CNC-Koordinaten-Messtechnik wurde ein Technologie-Paket geschnürt, das mit dem Kauf eines Hermle-Bearbeitungszentrums C 42 U seinen vorläufigen Abschluss fand." In der Tat steht das von der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, D-78559 Gosheim, als komplettes Fertigungssystem gelieferte 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentrum C 42 U mit Palettenwechsler PW 850 auch für die Konsequenz der Neuorientierung. Nämlich dergestalt, dass AM Værktøj damit in die Lage versetzt wird, anspruchsvolle Formen- und Werkzeug- Komponenten sowie Zulieferteile ab Stückzahl eins vollautomatisch und in „einbaufähiger" Qualität zu fertigen. Da man sich im Hause AM Værktøj in über 30 Jahren einen großen Erfahrungsschatz im Bereich Werkzeugstahl-Zerspanung auf Maschinen verschiedenster Lieferanten erarbeitete, wurden die potenziellen Hersteller mit sehr hohen Anforderungen konfrontiert, denen wiederum die C 42 U von Hermle vollumfänglich genügen konnte. Die C 42 U ist nach dem bewährten Hermle-Konzept (die drei Achsen X, Y, Z im Werkzeug, die zwei Achsen A und C im Werkstück) aufgebaut und bietet einen Arbeitsbereich von 800 x 800 x 550 mm (X, Y, Z). In Kombination mit dem hier installierten NC-Schwenkrundtisch mit Palettenwechler (Palettegrösse 630 x 630 mm, Störkreis 800 mm Durchmesser) sowie dem Zusatzmagazin ZM 43 (Standardausrüstung = 42 Werkzeuge + 43 Werkzeuge = 85 Werkzeug(e)plätze) und der Hauptspindel mit 18.000 min-1 und der Aufnahme HSK-A 63, bietet die C 42 U beste Voraussetzungen für die 5-Achsen-/5-Seiten-Komplettbearbeitung komplexester Bauteile für Werkzeuge und Formen.

5-achsig zu mehr Geschäft und neuen Kunden

Um die Vorzüge des CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentrums voll zur Geltung bringen und die Leistungen maximal abfordern zu können, und weil der Arbeitsmarkt in Dänemark ebenfalls von einem erheblichen Mangel an qualifizierten Fachkräften gekennzeichnet ist, gingen die Verantwortlichen von AM Værktøj noch einen Schritt weiter und komplettierten die C 42 U mit einem Palettenwechselsystem PW 850. Dieses ist als 2fach-Palettenwechsler mit 2fach-Speicher ausgelegt und nimmt Paletten in Größe 630 x 630 mm auf, die mit der Wiederholgenauigkeit von <0,01 mm gewechselt und damit reproduzierbar exakt fixiert werden. Der ausgewiesene Produktions-Praktiker Carsten R. Laursen zur Entscheidung, in die C 42 U plus Automation zu investieren: „Viele Großwerkzeuge weisen zahlreiche aufwändige Bauteile und Segmente auf, die sich ideal für die vollautomatische Bearbeitung auf dem Hermle-Fertigungssystem eignen. Wir praktizieren im Normalfall Einschichtbetrieb, nutzen das Bearbeitungszentrum mit den Paletten aber rund um die Uhr, also 24 Stunden. Dadurch haben die Fachkräfte ihre Freiräume zur Erledigung weiterer anspruchsvoller Arbeiten und greifen dabei auf die in den 24 Stunden zuvor in höchster Qualität und praktisch einbaufertig produzierten Teile zurück. Durch dieses parallele Agieren, und die dank 5-Seiten-Komplettbearbeitung nur minimalen Nacharbeiten, sind wir erheblich rationeller und produktiver als früher, und können unsere Kunden schneller beliefern. Wenn ich daran denke, dass wir für die jetzt vorhandene Fräs- und Komplettbearbeitungs-Kapazität zuerst zwei 4-Achsen-Maschinen plus Hilfsachsen einplanten, dann aber mit Lars Lynge von Hermle Nordic ins Gespräch kamen und er uns dringend die 5-Achsen-Technologie empfahl, dann ist festzuhalten, dass sich die 5-Achsen- Technologie mit dem Hermle-Fertigungssystem als durchschlagender Erfolg darstellt." Dass dem trotz 90% Einzelteilen und Stückzahlen bis max. 30 sowie Werkstück-Laufzeiten von hauptsächlich 10 bis 40 Stunden so ist, belegt die sehr hohe Anwendungs- und Nutzungs- Flexibilität der C 42 U mit dem Palettenwechsler in der Form, dass sie von der Installation bzw. Inbetriebnahme vor 10 Monaten und bis heute schon über 3.500 Std. Spindellaufzeit hinter sich brachte und die Fertigungseffizienz des ganzen Betriebs nach vorne brachte.

USP für AM Værktøj: Fertigungs-Effizienz und Liefer-Flexibilität

Zudem lohnt sich die Beschaffung des 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentrums C 42 U mit Palettenwechsler PW 850 gleich in mehrfacher Hinsicht; was vor allen Dingen auch daran zu sehen ist, dass Kunden, mit denen man früher gar nicht ins Geschäft kam, jetzt treue Wiederholkunden sind, weil sie sehen, dass sich AM Værktøj Odense A/S gerade auch für die Kunden nach vorne entwickelt. Abschließend meinte dazu Torben Viby, der das Ohr näher als alle anderen am Markt sprich: den Kunden hat: „Mit der 5-Achsen-Technologie ist es uns gelungen, Kunden davon zu überzeugen, ihre Werkzeuge und auch Zulieferteile aus Asien abzuziehen und wieder in Dänemark fertigen zulassen. Da die Hermle-5-Achsen- Technologie, in Bezug auf die Komplettbearbeitung in einer bis wenigen Aufspannungen, auch zu erheblich genaueren und mit sehr guten Oberflächen versehenen Werkstücken bzw. Werkzeugsystemen führt, sparen wir und damit die Kunden aufwändige Finish- und teure Nachbearbeitungen. Mit zusätzlich kürzeren Durchlaufzeiten und schneller Reaktion auf die Kundenwünsche oder Ersatzteilbestellungen haben wir buchstäblich die Tür zu ganz neuen Kunden und damit zu weiterem Wachstum aufgestoßen. Schließlich gibt uns das Hermle-Fertigungssystem auch die Sicherheit, jederzeit Höchstleistungen vollbringen zu können. Zumal wir uns hinsichtlich der Qualität, der Bearbeitungsgenauigkeit, der Verfügbarkeit und nicht zuletzt des bekannt guten Services wegen ganz bewusst für diese High-End-Lösung entschieden haben." Die seit 2006 verfolgte Strategie gibt dem Führungstrio von AM Værktøj allemal Recht. Denn von 2006 bis 2012 stieg der Umsatz um Faktor 4, was wiederum dazu führte, dass die Belegschaft von ehemals 12 auf nunmehr 43 Fachkräfte (sinnigerweise und den Spieß sozusagen umkehrend arbeiten aktuell drei Konstrukteure in der Niederlassung in Thailand!) wuchs und dies wohl noch nicht als Ende der Fahnenstange anzusehen ist... .

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