Der Aufbau einer Drehmaschine

  • Ketennrad in der Fahrzeugtechnik wird in einer Drehmaschine produziert

Was macht eine Drehmaschine zur Drehmaschine? Wie ist der Aufbau einer Drehmaschine? Und welche Arten gibt es? Insgesamt lässt sich sagen: Im Aufbau gleichen sie sich alle. Doch wie überall liegen auch hier die Unterschiede im Detail und in der Fertigungsqualität. Ähnlicher Aufbau – ja, durchaus. Fertigungsphilosophie und Fertigungsgüte hingegen – sehr herstellerabhängig. Denn, wenn zwei das Gleiche tun, muss das noch lange nicht dasselbe sein. Und dann gibt es immer noch die unterschiedlichen Anwendungsbereiche. 

Das Ganze und seine Komponenten:

  1. Arten von Drehmaschinen
  2. Das Gestell und das Maschinenbett
  3. Spindelstock und Spindel
  4. Futter, Reitstock und Lünette
  5. Der Werkzeugschlitten und seine Bestandteile
  6. Performance, Präzision und Preis 

Arten von Drehmaschinen

Im Grunde ist wie überall: Es gibt so gut wie nichts, was es nicht gibt. Das gilt auch für die Drehmaschine. Der Aufbau einer Drehmaschine mag sich ähneln, doch die Arten unterscheiden sich je nach Anforderungsprofil. Handbediente Leit- und Zugspindelmaschinen gehören auch heute noch zu den am häufigsten eingesetzten Drehmaschinen. Darauf aufbauend haben sich insbesondere die Universaldrehmaschinen durchgesetzt – inzwischen meist numerisch gesteuert und mit Werkzeugrevolver für schnelle Werkzeugwechsel ausgestattet. Dazu gehören auch die CNC-Drehmaschinen, die meist über eine weitere Hilfsachse verfügen sowie über eigene Motoren für jede Vorschubachse. Daneben gibt es Karusselldrehmaschinen, Senkrechtdrehmaschinen, Drehautomaten, Frontdrehmaschinen, Ultrapräzisionsdrehmaschinen, Drehschälmaschinen sowie spezielle Drehmaschinen für Kleinserien oder für feinste Produkte. Und selbst das ist hier nur ein grober Überblick über ein weites Feld. Doch nun zum Aufbau. 

Das Gestell und das Maschinenbett

Verwindungssteif und stark muss es sein: das Gestell. Schließlich dient es zur Aufhängung und Anbringung aller Teile und Komponenten der gesamten Anlage. Es muss die Kräfte abfangen sowie die Schwingungen dämpfen, die während der Bearbeitung wirken und aufkommen. Vibrationsarm und stabil also, denn nur so ist die Fertigung hochpräziser Werkstücke möglich. Genau deshalb bilden Gestell und Maschinenbett bei größeren Drehmaschinen meist eine Einheit, da sie das Fundament sind, auf dem alles aufbaut. 

Spindelstock und Spindel

Der Spindelstock ist fest auf der linken Seite des Maschinenbetts angebracht und führt die Spindel– die Hauptspindel oder auch Arbeitsspindel, die das Werkzeug dreht. Der Antrieb der Spindel erfolgt über einen Motor, mit dem sie über Keilriemen oder Zahnriemen und ein oft mehrstufiges Getriebe verbunden ist. Die meisten Motoren verfügen über einen Drehzahlwähler, mit dem sich unterschiedliche Geschwindigkeiten einstellen lassen. 

Der Werkzeugschlitten und seine Bestandteile 

Auf dem Maschinenbett verfährt in Längsrichtung der Werkzeugschlitten. Er ist meist als ein Kreuzsupport ausgeführt, auf dem der Planschlitten quer zur Drehachse verfährt. Der Werkzugträger selbst befindet sich auf dem Oberschlitten. Bei CNC-Maschinen ist das mitunter ein Werkzeugrevolver, der mehrere Werkzeuge hält und so den schnellen Werkzeugwechsel ermöglicht. 

Futter, Reitstock und Lünette

Das Futter dient der Werkstückaufnahme. Unterscheiden lassen sich ein sich selbst ausrichtendes Dreibackenfutter für runde Teile, ein individuell einstellbares Vierbackenfutter für eckige oder unregelmäßige Teile sowie ein Spangenzangenfutter für kleinere oder besonders präzise Werkstücke. Der Reitstock kommt insbesondere bei langen Teilen zum Einsatz und bewegt sich entlang der Führungen des Maschinenbetts. Er verfügt über eine lange Zentrierspitze oder auch über eine Bohrpinole. Besonders lange und dünne Werkstücke verlangen mitunter eine weitere Stütze zwischen Futter und Reitstock: eine Lünette.Sie dämpft Schwingungen und ermöglicht zugleich eine präzise Bearbeitung. Esgibt sowohl feste als auch mitlaufende Lünetten.

Performance, Präzision und Preis

Drehmaschinen sind das eine, Fräsmaschinen sind das andere. Heute ist beides – drehen und fräsen – auch oft in einer Dreh- und Fräsmaschine vereint. Viele Unternehmen in der Industrie suchen genau nach einer solchen Werkzeugmaschine. Immer dreht sich dabei alles um die Performance, um die Präzision und natürlich um den Preis. Entscheidend ist die Technologie. Automatisierung ist ab einem bestimmten Level der Produktion ein Muss. 

Fazit: Der Aufbau einer Drehmaschine und ihre Funktion im Prozess

Hier haben wir nur einen ersten Überblick über die unterschiedlichen Arten von Drehmaschinen im Allgemeinen gegeben sowie über den Aufbau einer Drehmaschine im Besonderen. In der Großserienproduktion sind heute CNC-Drehmaschinen oder – wie bei HERMLE – CNC-Bearbeitungszentren gang und gäbe. Es sind Erfolgsfaktoren einer hochpräzisen Fertigung von redundanten Produkten, die in gleichbleibend hoher Qualität ihre Funktion zu erfüllen haben. Ob es nun das erste, tausendste oder das zig tausendste Stück ist. Eingebunden sind diese Drehmaschinen in komplexe Prozesse, die sich von der automatisierten Beschickung über die exakte Bearbeitung bis zur Weitergabe an den nächsten Bearbeitungsschritt in der Prozesskette erstrecken.

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