
EIN UNTERNEHMEN AUF EXPANSIONSKURS
In den letzten Jahren konnte Seyer Industries einen Anstieg der Wachstumskurve verzeichnen. 2017 kündigte das Unternehmen eine 6.503 m² große Erweiterung des Werks in St. Peters für 25 Millionen Dollar an, womit das Gelände fast 18.580 m² groß ist, und prognostizierte die Schaffung von 125 neuen Arbeitsplätzen. Diese Prognose erwies sich als konservativ: das Unternehmen ist nun auf einer Fläche von 23.225 m² tätig und beschäftigt ca. 370 Mitarbeiter gegenüber von 80 Mitarbeitern zu dem Zeitpunkt, als Gaudette vor etwa zwei Jahrzehnten dort anfing zu arbeiten.
Im September 2024 machte Seyer dann seinen bisher wichtigsten strategischen Schritt: die Übernahme von ORCO Precision Machine, ein in Cuba, Missouri ansässiges Unternehmen mit einer 38-jährigen Erfolgsgeschichte in der Präzisionsbearbeitung für die Luft- und Raumfahrt. Auf einer Fläche von 1.950 m² beherbergt das Werk 20 CNC-Bearbeitungszentren und sorgt für zusätzliche Kapazität und Flexibilität für Seyers wachsenden Kundenstamm.
„Durch diese Übernahme erhält Seyer mehr Kapazität und zusätzliche Flexibilität, um bestehende Arbeiten zu unterstützen“, sagte das Unternehmen zum Zeitpunkt der Ankündigung. Für die Bestandskunden von Seyer ging die Integration nahtlos vonstatten.
Die Leistung des Unternehmens wurde durch die wiederholte Anerkennung seiner größten Kunden gewürdigt. Northrop Grumman ehrte Seyer Industries mit seinem Supplier Excellence Award für deren Leistungen in 2023 und 2024 — aufeinanderfolgende Jahre der Anerkennung von einem der weltweit führenden Hauptauftragnehmer in der Wehrtechnik. Bei Verleihung der Auszeichnung für 2023 sagte der stellvertretende Vorsitzende Matt Bromberg, dass Seyer „maßgeblich daran beteiligt war, Northrop Grumman bei den Fertigungs- und Vertriebszielen zu unterstützen“ und geholfen hat „nationale Sicherheitslösungen voranzutreiben und Missionserfolge zu erreichen.“
FÜR DIE ZUKUNFT GEMACHT
Die Luft- und Raumfahrtindustrie befindet sich an einem Wendepunkt. Die urbane Luftmobilität, schrittweise einsetzbare Flugzeugprogramme, beschleunigte Entwicklungszyklen und eine zunehmende Automatisierung gestalten die Lieferkette neu. Die Führungsspitze von Seyer beobachtet diese Entwicklungen aufmerksam – und positioniert sich entsprechend.
„Die Welt befindet sich derzeit in einer interessanten Phase, und wir stehen mittendrin“, sagt Gaudette. „Da wir weiterhin für unsere Kunden im Einsatz sind, sehe ich der Zukunft mit Spannung entgegen.“
Die private Eigentümerstruktur des Unternehmens, die Investitionsentscheidungen mit langfristiger Perspektive ermöglicht, ohne dem Druck vierteljährlicher Ertragszahlen unterworfen zu sein, ist für dieses Vertrauen von zentraler Bedeutung. „Private Eigentümerschaft sorgt für finanzielle Stabilität, Kundenorientierung und langfristiges Engagement“, heißt es in der Unternehmensphilosophie. Die HERMLE-Maschinen in der Fertigung – von denen einige mittlerweile über 15 Jahre alt sind und immer noch Toleranzen im Zehntausendstel-Zoll-Bereich einhalten – sind ein greifbarer Ausdruck dieser Philosophie.
Für Kinsler ist die Botschaft an jeden Hersteller, der vor derselben Investitionsentscheidung steht, einfach: „Sie sind teuer. Aber wenn eine Person oder ein Unternehmer beim Kauf einer HERMLE-Maschine noch unentschlossen ist – greifen Sie zu. Sie werden nicht enttäuscht sein.“
Von der Garage eines Landwirts zu einem 250.000 Quadratfuß großen Fertigungscampus für die Luft- und Raumfahrt, von einem Küchenhelfer aus dem Katalog zu Bauteilen, die dabei helfen, Kampfjets auf Flugzeugträgern zu landen – die Geschichte von Seyer Industries ist in vielerlei Hinsicht die Geschichte der amerikanischen Fertigung in ihrer besten Form: familiengeführt, von Präzision besessen und unermüdlich darauf bedacht, das Vertrauen der anspruchsvollsten Kunden der Welt zu gewinnen.




